Transkript
EDITORIAL
A ls ich die vier Artikel zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe las, schrieb ich spontan eine E-Mail an Frau Hirrle, die verantwortliche Redakteurin dieser Zeitschrift: «Toll, genau so, wie es sein muss. Kurz, prägnant und praxisorientiert!»
Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist uns allen im Praxisalltag sehr geläufig. Auch haben wir alle ein solides Grundwissen zum PCOS, zu dessen Diagnostik und Therapie. Aber genau hier müssen wir aufpassen! Auch das solide Grundwissen über eine geläufige Erkrankung braucht ab und zu eine Auffrischung. Stimmen unsere Erkenntnisse noch?
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Braucht es eine Anpassung unserer Diagnostik und unserer therapeutischen Strategien? Genau hier setzt unser Schwerpunkt an.
Der interdisziplinäre Ansatz ist wesentlich Die Gynäkologin Dr. med. Isotta Magaton leitet die Artikelserie mit einer Übersicht über die aktuelle Diagnostik des PCOS ein. Denn ohne eine gute Diagnostik gibt es keine gute Therapie. Die Internistin und Adipositasexpertin Dr. med. Susanne Maurer geht auf das häufigste Kernproblem des PCOS ein: die Adipositas und die damit einhergehenden metabolischen Störungen. Ihre wichtigste Information: Bereits eine Reduktion von 10% des Körpergewichts reicht bei 80% der Frauen aus, um die Begleiterkrankungen signifikant zu verringern.
Die Dermatologen Dr. med. Morteza Seyed Jafari und Dr. med. Pierre de Viragh folgen mit einem praxisrelevanten Artikel zum zweiten Hauptproblem des PCOS, der kutanen Androgenisierung. Sie finden «Kochrezepte» für die Behandlung eines Haarausfalls, eines Hirsutismus und einer Akne. Reproduktionsmediziner Prof. med. Christian De Geyter schliesst den Reigen der Artikel mit einer klaren Übersicht zum dritten Hauptproblem des PCOS ab: der Oligomenorrhö und der damit oft einhergehende Sterilität. Welches sind bei einer PCOSbedingten Sterilität die Medikamente der ersten Wahl, und was sind deren Vor- und Nachteile?
In der Summe präsentieren unsere Autoren eine aktuelle praxisrelevante Übersicht über die Hauptprobleme des PCOS und vermitteln eine solide Grundlage für die tägliche Diagnostik und Therapie Ihrer PCOS-Patientinnen.
Freuen Sie sich auf eine kurzweilige Lektüre!
Ihr Michael von Wolff
GYNÄKOLOGIE 4/2021
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